Universitäten sollten endlich die Vorlesung abschaffen?

24 05 2011

Auf ZEIT online findet sich der folgende Beitrag: „Hier rein, da raus – Universitäten sollten endlich die Vorlesung abschaffen.

Nicht meine Meinung, aber ein reflektierterer Einsatz von Vorlesungen ist sicherlich angebracht.





Resümee zum „Lernen mit digitalen Medien“

8 05 2011

Im Bezug auf die sechs vorgetragenen Statements kommt das am 6.5.2011 durchgeführte Panel zum folgenden Resümee:

  • Arbeit mit neuen Medien heißt auch, dass klassische Text weniger wichtig werden.
  • Arbeit mit digitalen Medien ist in hohem Masse vernetztes und kooperatives Arbeiten, sowohl in virtuellen als auch in realen Räumen.
  • Würde eine wirkliche Implementation digitaler Medien nicht eine qualitative Änderung der Lehre zur Folge haben? Können also neue Medien nur dann sinnvoll genutzt werden, wenn die Lehre sich qualitativ ändert?
  • Einsatz neuer Medien verändert radikal die Lernkultur und die Beziehungen zwischen Lehrenden und Lernenden. Oft wird dieser Unterschied aufgehoben.
  • Die Welt wird durch digitale Medien zunehmend durchdrungen. Vor der Lehre macht sie nicht halt. Wir können das mitgestalten.
  • Viele Dinge, die vor Jahren großen Zeit- und technischen Aufwand verursacht haben, können jetzt von nahezu jedem, jederzeit und an jedem Ort genutzt werden. Etwa Google Docs oder Skype.
  • In internationalen Zusammenhängen arbeiten, heißt auch, entsprechende Software zu haben. Stud.IP ist brauchbar, wenn auch nicht optimal.




Ina Rust: Vorlesungsaufzeichnungen – Praxiseinblick & Evaluationsergebnisse

13 04 2011

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Zunächst noch vereinzelt und seit 2008 vermehrt werden Vorlesungen per Video aufgezeichnet und den Studierenden über ein Learning-Management-System oder im Internet zum Abruf (als Stream oder zum Download) bereitgestellt. Die Abbildung zeigt hierfür ein Beispiel. Diese Vorlesungsaufzeichnungen werden in vielen Hochschulen ergänzend zur Präsenzlehre bereitgestellt. Hierdurch haben die Studierenden die Wahl, sich die Vorlesung traditionell im Hörsaal und/oder Zuhause am eigenen Computer anzuschauen.

Das Für und Wider dieses Angebotes wird unter Lehrenden immer wieder heftig diskutiert. Es stellt sich die berechtigte Frage: Was sind die Mehrwerte von Vorlesungsaufzeichnungen als Ergänzungsangebot zur Präsenzlehre?

Zur Beantwortung dieser Frage haben wir eine Studie an der Leibniz Universität Hannover durchgeführt. Über 600 Studierende sowie 10 Lehrende in ebenso vielen Lehrveranstaltungen wurden zu den Mehrwerten von Vorlesungsaufzeichnungen befragt. Die Ergebnisse der Studie möchte ich Ihnen kurz vorstellen und die Bedeutung für die Lehre mit Ihnen diskutieren.

Den Pre-Print der Studie können Sie darüber hinaus hier herunterladen. Ein Demo für eine vollständige Vorlesungsaufzeichnung finden Sie hier.





Svenja Hatala / Stefan Frohwein: Sammy & Juliana in Hollywood

13 04 2011

Lehramtstudierende für das Fach Englisch erarbeiten sich einen aktuellen mexikanisch-amerikanischen Jugendroman und interagieren mit Lehramtstudierenden der University of Texas, El Paso. In Zusammenarbeit (und durch die Nutzung von Expertenwissen) erstellen sie einen Teacher’s Guide für den Englischunterricht (10./11. Klasse). Konzipiert als transatlantisches E-Begegnungsprojekt …

  • …erarbeiten sich die Studierenden einen wissenschaftlichen, analytisch-kritischen Zugang zum Roman
  • …erkunden sie gemeinsam mit ihren E-Tandempartnern die interkulturellen Lernpotentiale des Romans und erfahren durch das Lernen in E-Tandems selbst interkulturelle Lernprozesse (einschließlich der Transferleistung für die zukünftige eigene Lehrtätigkeit)
  • …nutzen und reflektieren sie den Einsatz verschiedenster E-Learning Funktionen über StudIP
  • …nutzt die Dozentin das Veranstaltungsdesign zu Forschungszwecken und analysiert den E-Austausch. These: Formen des E-Learning können interkulturelle Lernprozesse positiv beeinflussen.

Weitere Informationen zum Lehrveranstaltungskonzept finden in dem folgenden Video:





Ralf Steffen: Videos annotieren

13 04 2011

Click für Demo

Der Einsatz von Videos in der Lehre ist nicht neu – wohl aber, dass die Lehrenden wie Lernende gefilmte Szenen wie z. B. Rollenspiele, Vortragssituationen, gefilmte Prozesse und Abläufe sowie Praxissituationen aus dem Berufsalltag direkt im Film annotieren können. Eingebunden in den Web-Dienst edubreak der Ghostthinker können sie das Video anhalten, im Bild Punkte, Flächen etc. markieren und textlich mit Erläuterungen versehen – andere können diese Anmerkungen lesen und wiederum kommentieren. Die Einsatzszenarien sind vielfältig und für den Bereich der Bürgerbeteiligung, die das Lehrgebiet Planungskommunikation und Freiraumpolitik verfolgt, bietet diese Anwendung im Internet eine neue Möglichkeit, an bewegten Bildern zu diskutieren. Wahrnehmung und Wortbeiträge bleiben erhalten und werden durch Funktionen wie ein Blog oder andere ergänzt. So bekommt jede Person einen Einblick in die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Sachverhalt.

Ziel des KIQS-Projektes der Leibniz Universität Hannover ist es, die Entwicklung und Durchführung der Lernszenarios, in dem die Lernenden die Möglichkeit haben, Videos zu annotieren und gemeinsam bzw. mit den Lehrenden darüber zu diskutieren, vielseitig auszuloten. Durch den Einsatz dieses Systems wird eine intensivere Auseinandersetzung der Studierenden mit den Lerninhalten in mehreren möglichen Schichten und Inhaltsbezügen gefördert. Dies bewirkt ein besseres und nachhaltigeres Erreichen der anvisierten Lernziele und somit eine signifikante Qualitätsverbesserung der Lehre.





Marc Krüger: Wie man 100 %ig online mit 4 Autoren ein Buchkapitel schreibt

13 04 2011

Es fing alles mit einem Aufruf an: Schreiben Sie mit am „Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien“, abgekürzt L3T. Hierfür sollte jeder, der Interesse, Expertise und Lust hatte mitzuwirken, ein Thema benennen und sich kurz vorstellen. Die Herausgeber des Sammelbandes haben dann aus den vielen Vorschlägen Kapitel für das Buch erarbeitet und Autorengruppen formiert.

Ich fand mich in einer Gruppe aus vier Medienpädagogen wieder, die einen Beitrag zu „Educasting“, also dem Lernen mit Podcasts, verfassen sollten. Von den drei Mitautoren kannte ich gerade mal eine Kollegin und die nur flüchtig. Verteilt waren wir über die gesamte Republik und jeder hatte seine Expertise in anderen Themenfeldern.

Wie wir mit Skype und Google Docs das Buchkapitel geschrieben haben, darüber will ich berichten. Anschließend möchte ich mit Ihnen darüber nachdenken, was für eine Bedeutung solch eine Art des wissenschaftlichen Arbeitens für die Lehre hat.

Zu guter Letzt: Insgesamt haben an dem Buch 115 Autoren 48 Kapitel verfasst und 80 Gutachter mitgewirkt. Das Buch ist inzwischen fertig und kann als „Open Educational Resource“ frei im Internet abgerufen werden: www.l3t.eu Unser Kapitel findet sich hier: Educasting – Wie Podcasts in Bildungskontexten Anwendung finden Wir vier Autoren haben uns bis jetzt noch nicht persönlich getroffen, planen aber bereits ein gemeinsames Buch zum Educasting.





Lambert Heller: Open Access als Chance für eine neue Wissenschaftskultur

13 04 2011

Wer gelegentlich mit einer Websuchmaschine wie Google nach einem Aufsatz sucht, kennt das frustrierende Erlebnis: Da habe ich etwas im Netz gefunden — komme aber nicht dran, ohne es per Kreditkarte zu bezahlen. Die meisten Wissenschaftler und Studierende wissen zwar, dass in solchen Fällen fast immer die Bibliothek hilft (sie hat entweder eine Lizenz, mit der man — ohne Kreditkarte — direkten Zugriff bekommt, oder holt den Artikel via Lieferservice), aber schöner wär’s natürlich, wenn all diese digitalen und digitalisierten Dinge einfach, sofort da wären. Schließlich will man in vieles, sehr vieles, nur mal einen Blick hineinwerfen — und wenn es wirklich interessant ist, es rasch per Copy-and-Paste übernehmen. Nie wäre das einfacher als im heutigen Webzeitalter, wenn die vielen digitalen Veröffentlichungen denn auch frei zugänglich wären…

Aus der Sicht einer Forscherin oder auch eines Absolventen stellt es sich ähnlich dar. Mag die eigene Publikation noch so spezialisiert sei: Irgendwo da draussen, bei einem potentiellen Kooperationspartner im Fachbereich nebenan, bei einer Wissenschaftsjournalistin, bei einem potentiellen Arbeitgeber… wird sie ihre Adressaten finden. Vorausgesetzt, sie ist gut zu finden und gut zugänglich — nach den Maßstäben des Webs, versteht sich.

Kein Wunder, daß der Anteil frei zugänglicher Publikationen (Open Access) am weltweiten wissenschaftlichen Publikationsaufkommen seit Jahren dramatisch steigt. Doch bei den Forschenden und Lehrenden bleiben viele Fragen, z.B. wie man Open Access mit dem Publizieren in einem renommierten Verlag unter ein Dach bekommt. Im Panel „Lernen mit digitalen Medien“ will ich auf einige dieser Fragen eingehen. Last not least soll es um die vielen existierenden und geplanten Angebote von Universität und Bibliothek in diesem Bereich gehen.